
Am 27. November 2025 fand die 91. Parlamentssitzung des Hamburger Spendenparlaments statt. Seit der letzten Parlamentssitzung hat das Hamburger Spendenparlament 59 neue Anträge auf Förderung erhalten. Die Finanzkommission hat alle Anträge sorgfältig geprüft. Drei Projekte wurden zurückgezogen, 19 erfüllten die Förderkriterien nicht und konnten daher nicht berücksichtigt werden. Zwei sogenannte Feuerwehranträge wurden aufgrund besonderer Dringlichkeit bereits vorab genehmigt und abgewickelt.
Für die Sitzung am 27. November 2025 im Körber Forum wurden den Parlamentariern insgesamt 35 Projekte zur Abstimmung vorgestellt. Die zur Entscheidung stehende Fördersumme betrug 696.002 Euro. Über ein Projekt (Nr. 3) konnte nicht abgestimmt werden, da keine Vertreterinnen oder Vertreter des Trägers anwesend waren. Entsprechend der Satzung ist in diesem Fall keine Förderung möglich.
Gelebte Demokratie im Spendenparlament
Besonders deutlich wurde der demokratische Entscheidungsprozess bei Projekt 14: Die Mitglieder stellten den Antrag, die Förderung auf die vollständige beantragte Summe von 15.983 Euro zu erhöhen. Da die Satzung eine Erhöhung der Empfehlung der Finanzkommission nur um maximal 20 Prozent zulässt, konnte über eine Summe von 11.238 Euro abgestimmt werden. Die Mitglieder nahmen diesen Antrag mehrheitlich an. Ein anschauliches Beispiel für transparente Mitbestimmung und gelebte Demokratie im Hamburger Spendenparlament.
Langjährige und erfolgreiche Projekte unter Druck
Ein Beispiel dafür, dass selbst langjährig erfolgreiche Projekte zunehmend Schwierigkeiten haben, sich zu finanzieren, ist „Mehr als eine warme Mahlzeit“. Am Dienstag, den 2. Dezember, lädt der Friends Cup Förderverein auch in diesem Jahr rund 450 obdachlose Menschen und etwa 20 von Altersarmut betroffene Seniorinnen und Senioren zum traditionellen Weihnachtsfest in die festlich geschmückte Fischauktionshalle ein. Neben einem weihnachtlichen Drei-Gang-Menü und musikalischer Unterhaltung erhalten die Gäste eine große Tasche mit warmer Kleidung, Decken und Nahrungsmitteln.
Die Gesamtkosten in Höhe von 60.000 Euro konnten in diesem Jahr nur durch einen Zuschuss des Hamburger Spendenparlaments in Höhe von 20.000 Euro abgesichert werden – sonst wäre die Durchführung gefährdet gewesen. Dieses Beispiel verdeutlicht, wie wichtig die Unterstützung durch das Spendenparlament und seine Mitglieder für soziale Projekte in Hamburg ist.
Persönliche Projektvorstellungen trotz ambitionierter Agenda
Trotz der historisch hohen Anzahl an Projekten innerhalb einer Sitzung blieb genügend Zeit für die persönliche Vorstellung von vier Initiativen auf der Bühne. Präsentiert wurden die Projekte von:
Sie gaben Einblicke in ihre Arbeit, Herausforderungen und Wirkung – ein wichtiger Bestandteil, um die Vielfalt sozialen Engagements in Hamburg sichtbar zu machen.
Podiumsdiskussion mit Bettina Tietjen
Ein besonderes Highlight war erneut die Podiumsdiskussion. Diesmal war Bettina Tietjen zu Gast – Moderatorin, Autorin und Unterstützerin des Hamburger Spendenparlaments. In der kurzweiligen Runde sprach sie über ihr vielfältiges ehrenamtliches Engagement sowie über aktuelle gesellschaftliche Themen, die Hamburg bewegen. Ihre Perspektiven unterstrichen eindrucksvoll, wie bedeutsam bürgerschaftliches Engagement für den sozialen Zusammenhalt ist.
Den kompletten Sitzungsverlauf finden Sie im Protokoll (pdf-Datei)
