Mitglieder bewilligen erstmals in einer Sitzung 700.000 Euro für 34 Projekte
Hamburg, 28. November 2025 – Am Dienstag den 2. Dezember lädt der Friends Cup Förderverein 450 Obdachlose und rund 20 von Altersarmut betroffene Senioren zum traditionellen Weihnachtsfest in die festlich geschmückte Fischauktionshalle. Die Gäste dürfen sich auf musikalische Unterhaltung und ein weihnachtliches Drei-Gang-Menü freuen sowie als Geschenk eine große Tasche mit warmer Kleidung, Decken und Nahrungsmitteln. An den Kosten von 60.000 Euro beteiligt sich das Spendenparlament mit 20.000 Euro, außerdem engagieren sich Rock Antenne, Rewe, die Sparda Bank und weitere Partner.
Insgesamt hat das Spendenparlament auf seiner Sitzung am 27. November knapp 700.000 Euro für 34 ganz unterschiedliche soziale Projekte bewilligt. Die Zahl der Anträge und das Fördervolumen waren so hoch wie in keiner Sitzung zuvor. Ein Schwerpunkt ist die Integration in Arbeit von arbeitsuchenden jungen Menschen und Geflüchteten. Die höchste Förderung in Höhe von 87.150 Euro erhielt die Stiftung To Huus. Sie vermittelt schon seit 2023 in ihrem Projekt „Landeplatz“ jährlich rund 200 Menschen aus öffentlicher Unterbringung in eigenen Wohnraum. Mit dem neuen Projekt „Startbahn“ will To Huus zusammen mit Unternehmen, Bildungsträgern und der Agentur für Arbeit Geflüchtete in Praktika, Job- und Ausbildungsangebote vermitteln. Ein „Jobführerschein“ informiert über den Arbeitsmarkt, ehrenamtliche Joblotsen begleiten auf dem Weg zum beruflichen Erfolg.
Mehr als 50.000 Euro erhält die Joblinge gAG Hanse. Seit elf Jahren trägt sie zur Verringerung der Jugendarbeitslosigkeit bei. Rund 80 Prozent der Jugendlichen – ohne oder mit schlechtem Schulabschluss – werden in Ausbildung vermittelt, wovon sogar 90 Prozent einen erfolgreichen Abschluss erreichen. Das Projekt PLAN A soll jetzt über Streetworker und Online-Plattformen junge Menschen ansprechen, die niemand erreicht – keine Bildungseinrichtung, keine Behörde, kein Arbeitsmarkt. Seit dem Start 2023 wurden so bisher über 700 junge Menschen in Arbeit vermittelt. Da diese Gruppe meistens kein Bürgergeld bezieht, wird das Programm nicht über die Agentur für Arbeit finanziert, so dass neben Eigenmitteln und Spenden die Förderung vom Spendenparlament notwendig war.
Um Integration in Arbeit geht es auch bei „Amira – Berufseinstieg und psychosoziale Beratung“. Amira richtet sich an Frauen, die vor dem (Wieder-)Einstieg ins Berufsleben zunächst Stabilisierung und Stärkung ihrer Persönlichkeit benötigen. Dabei handelt es sich vielfach um alleinerziehende Mütter, Frauen mit psychisch belastenden Lebensläufen. Amira wird mit 20.000 Euro unterstützt.
Das Hamburger Spendenparlament hat seit 1996 fast 1.750 Projekte in Hamburg nach dem Grundsatz „gegen Armut und Isolation – für soziale Teilhabe und Integration“ mit 20 Millionen Euro unterstützt. Dreimal jährlich entscheiden rund 2.500 Mitglieder auf öffentlichen Sitzungen über die Förderung gemeinnütziger Projekte für arme, einsame Menschen, Obdachlose, sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche sowie Menschen mit Beeinträchtigung. Stimmberechtigt sind alle, die ab 5 Euro Mitgliedsbeitrag im Monat zahlen. Das Spendenparlament ist unabhängig und weder politisch, weltanschaulich noch konfessionell gebunden. Jeder Euro fließt in Projekte, Mitarbeit ist ehrenamtlich, Sachaufwendungen werden gesondert eingeworben.