Kurz nach Inbetriebnahme des Neubaus der Bahnhofsmission Hamburg wurde dort im April 2023 eine Notpflegestelle eingerichtet. Vier ausgebildete Pflegekräfte mit insgesamt 2,17 Vollzeitäquivalenten bieten von Montag bis Freitag zwischen 9 und 15 Uhr obdachlosen, pflegebedürftigen und körperlich stark eingeschränkten Menschen pflegerische Versorgung und Hygieneangebote. In eigens dafür eingerichteten barrierefreien Räumen stehen ein Duschbereich sowie zwei Behandlungsplätze zur Verfügung, etwa für die Wundversorgung, die Behandlung gegen Läuse und Krätze sowie die medizinische Fußpflege. Das Projekt ist in dieser Form einzigartig in Deutschland. Das Hamburger Spendenparlament hat bereits zahlreiche Projekte der hoffnungsorte hamburg unterstützt, die Arbeit der Bahnhofsmission bisher jedoch nicht.
Die Förderung wird beantragt für folgendes Projekt:
Das Notpflegeprojekt wirkt sich unmittelbar positiv auf die Gesundheit und den Erhalt der Selbstständigkeit der Gäste aus, entlastet die Einrichtungen der Obdachlosenhilfe und nicht zuletzt die stationäre Notfallversorgung. Die Mitarbeiterinnen gehen auf die unterschiedlichen Bedürfnisse und medizinischen Bedarfe der Gäste ein, bieten Kontinuität und schaffen eine vertrauensvolle Atmosphäre. Sie kooperieren zudem eng mit anderen Hilfeangeboten für Obdachlose, wodurch Absprachen und Überleitungen erleichtert werden. Die Notpflege wird bis Ende April 2026 überwiegend aus Mitteln des Deutschen Hilfswerks (Fernsehlotterie), des Fördervereins Pflegemission am Hauptbahnhof e.V. sowie aus Eigenmitteln des Trägers finanziert. Anträge bei der Sozialbehörde auf eine Anschlussfinanzierung ab Mai 2026 wurden mit Verweis auf den bereits verplanten Haushalt 2026 abgewiesen. Eine Kostenübernahme ab dem Doppelhaushalt 2027/28 wurde jedoch konkret in Aussicht gestellt. Zur Überbrückung der Finanzierungslücke werden Mittel für die acht Monate von Mai bis Dezember 2026 benötigt.
Förderantrag:
Beim Hamburger Spendenparlament werden 80.000 Euro beantragt. Dies entspricht rund der Hälfte des Bedarfs für die acht Überbrückungsmonate. Die restlichen Mittel werden über Spenden und Eigenmittel des Trägers finanziert. Mit der Förderung wird ein bundesweit einmaliges, niedrigschwelliges Pflegeangebot für obdachlose Menschen am Hamburger Hauptbahnhof gesichert, bis die in Aussicht gestellte öffentliche Anschlussfinanzierung ab 2027 greift.
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