Die Diakonie baut im Münzviertel ein neues Haus mit 40 Wohnungen für Menschen, die auf dem freien Wohnungsmarkt keine Wohnung finden würden, weil sie obdachlos sind oder besonderen Unterstützungsbedarf haben. Im Untergeschoss entsteht auf 172 Quadratmetern eine neue Arztpraxis für Menschen in prekären Lebenssituationen. Sie verfügt über einen eigenen Wartebereich, drei Behandlungsräume, einen Raum für Sozialarbeit, einen Aufenthaltsraum für die Beschäftigten aus ehrenamtlichen Ärzten und angestellten medizinischen Fachkräften, einen Laborraum, einen EKG-Raum und ein Leitungsbüro. Für diese Praxis wird die Unterstützung des Hamburger Spendenparlaments erbeten.
Die Förderung wird beantragt für folgendes Projekt:
In Hamburg gibt es mehrere medizinische Hilfsangebote für Menschen in prekären Lebenslagen, die jedoch meist auf die akute Erstversorgung abzielen. Die neue Arztpraxis im Münzviertel arbeitet hingegen wie eine Hausarztpraxis mit festen Sprechzeiten, vertrauten Ansprechpartnern und einer laufenden Dokumentation der Krankengeschichte. Zentrales Element ist die gezielte, aufeinander abgestimmte medizinische und soziale Unterstützung. So erhalten die Patienten eine verlässliche Behandlung, die individuelle Probleme berücksichtigt. Die neue Praxis führt die Arbeit der bisherigen Praxis Andocken fort, die hauptsächlich geflüchteten Menschen ohne Krankenversicherung geholfen hat. Zusätzlich soll erstmals in Hamburg ein zentraler medizinischer Anlaufpunkt für eine größere Gruppe obdach- und wohnungsloser Menschen entstehen, der medizinische und sozialrechtliche Betreuung miteinander verbindet. Eine enge Zusammenarbeit mit anderen Einrichtungen wie der Praxis ohne Grenzen, dem Krankenmobil, CariCare und der Alimaus ist geplant. Der bereits heute stattfindende Austausch soll intensiviert werden, weil es viel Potenzial für sinnvolle Ergänzungen gibt. Die Diakonie ist in der Lage, die bisherige Praxis Andocken weiterzuführen. Eine Erweiterung auf die neue Zielgruppe ist jedoch nur mit Unterstützung durch das Hamburger Spendenparlament möglich. Bisher werden in der Praxis Andocken mit vier Sprechstunden pro Woche zu je vier Zeitstunden jährlich 500 bis 550 Patienten versorgt. Bis 2029 ist in mehreren Schritten eine Steigerung auf rund 1.000 Patienten pro Jahr und damit eine Verdopplung der bisherigen Leistung vorgesehen.
Förderantrag:
Die Zusatzkosten für die Erweiterung des Praxisangebots auf die Zielgruppe der Obdachlosen belaufen sich über drei Jahre auf insgesamt 437.309 Euro. Davon entfallen 324.249 Euro auf die Aufstockung des Personals und 113.060 Euro auf Sachkosten. Die Summe wird beim Hamburger Spendenparlament beantragt und soll in vier Raten ausgezahlt werden: 36.103 Euro im Jahr 2026, 144.432 Euro im Jahr 2027, 180.004 Euro im Jahr 2028 und 76.770 Euro im Jahr 2029. Mit der Förderung entsteht in Hamburg ein bisher in dieser Form nicht vorhandenes hausärztliches Versorgungsangebot, das obdach- und wohnungslosen Menschen verlässliche medizinische Behandlung und sozialrechtliche Begleitung aus einer Hand ermöglicht.
Big Point – Begleitung bildungsbenachteiligter Jugendlicher im Übergang von Schule und Beruf
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