Das Aktivoli Landesnetzwerk als Förderer von freiwilligem Engagement und Ehrenamt fungiert als Antragsteller für die Landesgemeinschaften der Freiwilligenagenturen in Hamburg. Bei Aktivoli liegt auch die finanzielle Administration und Koordination des Projektes. Die Projektumsetzung wird durch die Freiwilligenagenturen durchgeführt, die interessierten Menschen ein Ehrenamt vermitteln, aber keine Rechtsform besitzen.
„DA NICHT FÜR - Deine Nachbarschaftshilfe“ ist ein Kooperationsprojekt von 6 Freiwilligenagenturen, die bedürftigen Menschen schnelle und unkomplizierte Unterstützung im Alltag zukommen lässt, z.B. beim Einkaufen, kleinen Erledigungen, Arztbesuchen und als Unterstützung im Haushalt. Dazu soll eine datenschutzsichere Plattform aufgebaut und betrieben werden, die ein automatisches Matching zwischen Hilfesuchenden und Ehrenamtlichen missbrauchssicher ermöglicht.
Die Kosten für den Aufbau, die Bekanntmachung und den Betrieb in 2026 betragen 29.600 Euro. Beim HSP werden 15.133 Euro beantragt. Der Differenzbetrag wird über Spenden und ehrenamtliche Eigenleistung gedeckt. Aktivoli wurde schon mehrfach durch das HSP unterstützt
Einleitung
In Hamburg fehlt es heute zunehmend an verbindenden Kontakten zwischen unterschiedlichen sozialen Gruppen – zwischen Communities mit und ohne Migrationsgeschichte, zwischen Menschen mit und ohne Behinderung, zwischen Jüngeren und Älteren. Menschen mit verschiedenen Biografien begegnen sich im Alltag seltener, während die Tendenz zu Single-Haushalten und Alleinleben steigt. Viele dieser Menschen verfügen nicht über tragfähige Familien- oder Nachbarschaftsnetze, die im Alltag unterstützen oder in akuten Notsituationen auffangen können. Einsamkeit und Überforderung sind die Folge.
Gleichzeitig zeigen gesellschaftliche Trends: Der Wunsch nach Empathie, Teilhabe und gegenseitiger Verantwortung ist da – er stößt aber auf Strukturen, die solche Begegnungen und Hilfen oft nicht begünstigen. Die Digitalisierung beschleunigt diese Entwicklung. Gerade ältere Menschen erleben, dass persönliche Kontakte im direkten Umfeld seltener werden und der Zugang zu neuen Kommunikationsformen nicht selbstverständlich ist. Damit wächst die Gefahr, dass bestimmte Gruppen in unserer Stadtgesellschaft abgehängt werden.
Diese Entwicklungen schwächen nicht nur den Einzelnen, sondern auch das gesellschaftliche Miteinander. Denn demokratischer Zusammenhalt braucht gelebte Solidarität im Alltag – kleine Gesten der Unterstützung, niedrigschwellige Begegnungen und Räume, in denen Menschen füreinander Verantwortung übernehmen können.
Genau hier setzt DA NICH‘ FÜR – Deine Nachbarschaftshilfe an. Das Hamburg weite Kooperationsprojekt von sechs Hamburger Freiwilligenagenturen fördert ein verbindlicheres, fürsorglicheres und engagiertes Miteinander in unserer Stadt.
Die Agenturen verzeichnen seit Jahren steigende Anfragen von Privatpersonen, die nach unkomplizierter und schneller Unterstützung im Alltag suchen – etwa beim Einkaufen, bei kleinen Erledigungen oder in Notsituationen. Gleichzeitig zeigen Studien und die Beratungserfahrung: Menschen möchten sich zunehmend weniger langfristig binden, sind aber sehr offen für spontane, kurzfristige Hilfseinsätze.
Mit „DA NICH‘ FÜR“ greifen wir diesen Bedarf doppelt auf:
• Menschen in konkreten Alltagssituationen erhalten niedrigschwellige Hilfe.
• Gleichzeitig finden neue Formen freiwilligen Engagements einen Platz, die den heutigen Lebensrealitäten entsprechen.
Damit erweitern die Freiwilligenagenturen ihren Auftrag: Neben der klassischen Vermittlung von Engagements in gemeinnützige Organisationen werden nun auch Hilfen direkt zwischen Privatpersonen ermöglicht. So kann die positive Wirkung von freiwilligem Engagement unmittelbar ins nachbarschaftliche Leben hineinwirken – verbindend, solidarisch und zukunftsweisend für den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Hamburg.
Funktionsweise von DA NICH‘ FÜR – Deine Nachbarschaftshilfe
Interessierte haben die Möglichkeit, ihr kurzzeitiges Hilfsangebot über die Plattform https://danichfuer-hamburg.de/ datenschutzkonform zu registrieren. Ebenso können Hilfesuchende dort ihre Gesuche in einem abgesicherten Umfeld eingeben. Hilfe in Anspruch nehmen können alle, die sich in einer nicht selbst verschuldeten Ausnahmesituation befinden. Die Anfragen reichen dabei von Einkaufshilfen, Begleitung zu Arztterminen oder zur Apotheke über Hunde- oder Katzensitting bis zur Pflege von Pflanzen oder kleineren Hilfeleistungen im Haushalt.
Zentral ist hierbei, dass es kein automatisches Matching von Hilfesuchenden und Hilfespendenden gibt, sondern die Vermittlung über Beratende mit viel Know-how im Bereich des freiwilligen Engagements in unserer Stadt stattfindet. Wer sich nicht online registrieren kann, ruft bei DA NICH‘ FÜR – Deine Nachbarschaftshilfe an und lässt sich registrieren. Hilfesuchende wie Hilfespendende sind über ein Foto mit ihrem Lichtbildausweis oder der persönlichen Vorstellung (mit ihrem Pass bzw. einem gleichwertigen) Ausweisdokument in einer Freiwilligenagentur ausgewiesen. Durch diese Identitätsprüfung liegen alle polizeirelevanten Daten vor, um Missbrauch vorzubeugen. Der persönliche Kontakt und der beschriebene Sicherheitsaspekt machen es älteren oder ängstlichen Menschen leichter, Hilfe anzufragen. Kosten entstehen ihnen dadurch nicht.