Der Verein arbeitet seit 2008 in den Bereichen Kunst, Kultur, Bildung und soziale Teilhabe im Münzviertel. Das Werkhaus bietet jungen Menschen zwischen 18 und 27 Jahren, die von Wohnungsnot bedroht sind, einen geschützten Raum, in dem sie Perspektiven entwickeln können. Die jungen Erwachsenen können in Werkstätten für die Bereiche Holz, Textil, Küche, Medien und Garten angelernt werden. Dies mit einem klar strukturierten Tagesablauf. Der Träger finanziert sich aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds und der Sozialbehörde.
Mit dem Projekt Sichere Hotelübernachtungen soll von Obdachlosigkeit bedrohten jungen Menschen eine sichere Übernachtungsmöglichkeit angeboten werden. Für diese Menschen gibt es nicht genügend Notübernachtungsstellen, und sie lehnen die klassischen Unterbringungseinrichtungen als ungeeignet und sogar gefährlich ab. Die Hotelübernachtung ist eine kurzfristige Maßnahme, aus der heraus mit Unterstützung einer sozialpädagogischen Begleitung eine dauerhafte Wohngelegenheit angestrebt wird. Ergänzt wird das Programm durch die Integration in den strukturierten Tagesablauf des Werkhauses.
Das Hotel Villa Viva im Münzviertel stellt für 2026 ein Kontingent von 100 Übernachtungen in Einzelzimmern zu 50 Euro und weitere 100 Übernachtungen im Camping Ground für 19,10 Euro zur Verfügung, insgesamt 6.910 Euro. Abgerechnet werden die tatsächlichen Übernachtungen. Der Träger beantragt beim HSP die Kosten für das Hotelkontingent. Als Eigenleistung bringt er die sozialpädagogische Begleitung der Betroffenen ein.
Ausgangssituation und Problemlage:
In Hamburg fehlt es nach wie vor an geeigneten und zugänglichen Notunterbringungsangeboten für junge Erwachsene, die wohnungslos sind. Die Notwendigkeit solcher Angebote ist auch im Koalitionsvertrag der Landesregierung anerkannt, welcher die bestehenden Notübernachtungsstellen für Jungerwachsene (NÜST*) und deren angestrebten Erhalt erwähnt. In unserer täglichen Praxis erleben wir leider immer wieder, dass die NÜST* voll ausgelastet sind und die Zahl der Plätze bei weitem nicht ausreicht, um den tatsächlichen Bedarf zu decken, sodass es häufig zu Wartezeiten von mehreren Wochen kommt. Darüber hinaus bestehen teilweise weitere Zugangshürden, wie z.B. die Voraussetzung einer Anbindung an die leitende soziale Einrichtung.
Die existierenden Notunterkünfte für alle Altersgruppen (PikAs, Harburg Huus und Frauenzimmer) sind für junge Erwachsene generell ungeeignet oder sogar gefährlich. Viele meiden diese Einrichtungen aus Angst Gewalt, Diebstahl und Drogenkonsum ausgesetzt zu werden. Hinzu kommt, dass sich die Beantragung und Bewilligung staatlicher Leistungen – etwa nach dem SGB II oder SGB XII – in der Regel über Wochen zieht. In dieser Übergangszeit besteht keine Möglichkeit, eine sichere Unterkunft staatlich finanziert zu bekommen.
Für junge Menschen, die sich häufig in psychischen, physischen oder rechtlichen Ausnahmesituationen befinden und sich aus eigener Tasche kein Hotelzimmer leisten können, bedeutet das: Sie schlafen häufig auf der Straße, wodurch sich ihre ohnehin fragile Situation häufig weiter verfestigt bzw. verschärft.
Konzeption:
Mit dem hier beantragten Projekt möchten wir eine gezielte, temporäre Überbrückungshilfe schaffen: eine sichere Hotelunterbringung für junge wohnungslose Erwachsene, die akut mittellos sind und weder auf bestehende Notübernachtungen zugreifen können noch in der Lage sind, sich selbst eine Unterkunft zu finanzieren. Es handelt sich hierbei um eine kurzfristige Maßnahme mit klarer Perspektive auf Stabilisierung, Leistungseröffnung und weiterführende Hilfe.
Zielgruppe des Projekts sind junge Erwachsene im Alter von 18 bis 25 Jahren, die akut wohnungslos und mittellos sind und für die eine sofortige reguläre Unterbringung nicht erreichbar ist. Die Unterbringung im Hotel ist dabei stets eingebettet in eine intensive sozialpädagogische Begleitung durch unser Team.
Im Zentrum stehen dabei folgende Maßnahmen:
• Begleitung bei der Beantragung staatlicher Leistungen und ggf. Kostenübernahme einer Unterkunft,
• Vermittlung an die Fachstelle für Wohnungsnotfälle und öffentlich-rechtliche Unterbringung, sowie geeignete Träger mit betreutem Wohnraum nach SGB II, VIII oder XII,
• Unterstützung bei der Bewältigung akuter Krisen, z. B. gesundheitlicher, psychischer oder rechtlicher Natur
Wir stehen bereits in engem Austausch mit dem 350 Meter entfernten Hotel Villa Viva in Hamburg, das bereit ist, im Rahmen einer Kooperation Übernachtungsplätze zur Verfügung zu stellen. Die Villa Viva ist mehr als ein herkömmliches Hotel, es fördert Partizipation und soziales Engagement und verfolgt dabei das Ziel, durch den Betrieb und die Vermietung Mittel, Aufmerksamkeit und Unterstützer:innen für die entwicklungspolitische Non-Profit Organisation Viva con Agua zu gewinnen.
Erste Probeläufe mit einzelnen Personen haben erfolgreich stattgefunden, und es besteht eine beidseitige Kooperationsabsicht, allerdings fehlt es derzeit an einer gesicherten Finanzierung dieser Übernachtungen.