Die PASSAGE gGmbH bietet seit vielen Jahren Beschäftigungs- und Qualifizierungsangebote für Menschen in Übergangsphasen, wie Langzeitarbeitslose, Migrant*innen sowie Jugendliche und junge Erwachsene ohne Bildungsabschluss. Sie fördert insbesondere die Entwicklung berufsbezogener sprachlicher und kommunikativer Kompetenzen.
Die Finanzierung erfolgt im Wesentlichen aus öffentlichen Mitteln. Dazu kommen Erlöse aus Auftragsarbeiten und sonstige betriebliche Erträge.
Um seine Arbeit für benachteiligte Menschen nachhaltig leisten zu können, braucht der Träger eine zeitgemäße technische Ausstattung. In den kommenden Monaten muss in moderne IT, vor allem Hardware, jedoch auch Lizenzen und Software, investiert werden. So bedarf es trägerweit in den verschiedenen Einrichtungen und Projekten der PASSAGE ca. 80 neuer Endgeräte (Computer, Laptops, ThinClients), auf der die aktuellen oder kommenden Betriebssysteme wie Windows 11 datensicher installiert und gewartet werden können. Dafür werden insgesamt 79.700 Euro benötigt. Als Eigenmittel stehen 15.700 Euro zur Verfügung, beim HSP werden 64.000 Euro beantragt.
Das HSP hat den Träger schon mehrfach unterstützt, z.B. mit insgesamt rd. 128.000 Euro für den Umbau der Rathauspassage und 2025 mit rd. 10.400 Euro für ein digitales Projekt der Sprachförderung in der Pflege und 8.000 Euro für den Mittagstisch im Hans-Fitze-Haus zur Integration von Suchtgefährdeten in Harburg.
Lage des Bildungs- und Beschäftigungsträgers PASSAGE
Seit über 25 Jahren unterstützt die PASSAGE gemeinnützige Gesellschaft für Arbeit und Integration mbH Menschen in Isolation und Armut mit arbeitsmarktpolitischen Projekten. Dazu gehören Beschäftigungsangebote für Langzeitarbeitslose, Berufsvorbereitung für Jugendliche, Sprachkurse für Zugewanderte und betreute Tagesstrukturen für Wohnungslose. Nach ihrem mehrjährigen Umbau ist die Rathauspassage Hamburg seit 2024 wieder geöffnet und bietet rund 50 langzeitarbeitslosen Menschen mit Einschränkungen einen strukturierten Alltag und eine berufliche Perspektive.
Professionelle Trägerstruktur
Sämtliche Projekte werden professionell von qualifiziertem Fachpersonal geleitet. Die Geschäftsstelle verantwortet zentrale Aufgaben wie Personal, Buchhaltung, Fördermittelmanagement, Datenschutz und IT. Insbesondere die Digitalisierung, IT-Sicherheit und Wirkungsmessung gewinnen zunehmend an Bedeutung.
Herausforderungen durch politische und strukturelle Veränderungen
Der Wandel in der Förderlandschaft, politische Wechsel und Kürzungen im Sozialbereich erfordern eine immer präzisere Steuerung. Seit 2022 bzw. 2023 gibt es mit Dr. Susanne Winterberg und Mirko Porath eine zweiköpfige Geschäftsführung mit geteilten Verantwortlichkeiten für Strategie, Personal und kaufmännische Prozesse. Zugleich stellen Kürzungen und Pauschalierungen bei den Kostenträgern, steigende Betriebskosten (Personal Mieten, Energiekosten, IT) sowie das Anziehen regulatorischer Anforderungen wie zunehmende Berichtspflichten, Wirkungsmessung und die Einhaltung von IT-Sicherheitsstandards die PASSAGE tagtäglich vor große finanzielle Herausforderungen. Stark veränderte Förderbedingungen gefährden die Finanzierungsgrundlagen: Kürzungen, Verwaltungskostenpauschalen und steigende Löhne und Mieten erschweren dringend notwendige Investitionen in Infrastruktur – besonders in den Bereichen IT und Digitalisierung.
Beispiel Arbeitsgelegenheiten: unzureichende Pauschalen
2024 entfiel eine Maßnahme der Arbeitsgelegenheiten durch Kürzungen des Jobcenters und eine einheitliche Verwaltungskostenpauschale wurde eingeführt. Diese deckt jedoch nicht alle laufenden Verwaltungskosten ab, sodass Investitionen z. B. in Computer oder Software kaum möglich sind.
Finanzierungslücken durch neue Förderlogik
Auch andere Förderprogramme setzen auf gedeckelte Budgets oder Restkostenpauschalen, die lediglich einen Bruchteil der tatsächlichen Kosten abdecken. Gleichzeitig sind Träger verpflichtet, zunehmend in Vorleistung zu gehen und vollständige Infrastrukur – auch bzgl. IT und Datenschutz – bereitzustellen.
Gemeinnützige Träger von Digitalisierungsförderung ausgeschlossen
Programme wie der Digitalpakt schließen gGmbHs oft aus. Fördergelder dürfen meist nur für Teilnehmende verwendet werden – nicht für den strukturellen Ausbau des Trägers.
Steigende Anforderungen an Effizienz und IT
Angesichts wachsender Anforderungen an Wirtschaftlichkeit und Sicherheit müssen soziale Träger ihre Effizienz steigern. Dafür sind moderne IT-Systeme unverzichtbar. Gleichzeitig erhöhen Lizenzkosten (z. B. Microsoft) den finanziellen Druck erheblich.
Bedrohung für Projekte und Zielgruppen
Ohne Investitionen in Infrastruktur wird die Teilnahme an Förderprojekten unmöglich. Das gefährdet nicht nur einzelne Träger, sondern auch ganze Projekte für benachteiligte Gruppen in Hamburg.
Appell für Infrastrukturförderung
Die reine Projektförderung reicht nicht aus, um Investitionsstaus zu beheben. Es braucht gezielte Fördermittel für Infrastruktur wie IT-Hard- und Software. Für PASSAGE wird ein Bedarf von 60.000 bis 70.000 Euro in den nächsten zwei Jahren erwartet – etwa für Windows-11-kompatible Geräte, E-Rechnungssoftware und Videokonferenzsysteme.
Schlussfolgerung
Um ihre Arbeit für benachteiligte Menschen nachhaltig fortsetzen zu können, müssen soziale Träger technisch und organisatorisch gut ausgestattet sein. PASSAGE bittet daher das Hamburger Spendenparlament, künftig auch Infrastrukturförderungen zu ermöglichen – zum langfristigen Erhalt einer vielfältigen sozialen Trägerlandschaft. Sonst droht ein Trägersterben und der Verlust von Quartiersprojekten und weiteren Angeboten für die Schwächsten unserer Gesellschaft. Eine gezielte Infrastrukturförderung stärkt mittelbar die Zielgruppen, indem sie Träger wie die PASSAGE befähigt, ihre Leistungen digitalisiert, sicher und wirtschaftlich anzubieten – so kann der sozialen Ungleichheit auch mithilfe des Spendenparlamentes nachhaltig entgegengewirkt werden.
Geplantes IT-Investitionsprojekt:
Die PASSAGE benötigt in den kommenden 9 Monaten eine erhebliche Summe, um in moderne IT, v.a. Hardware, jedoch auch Lizenzen und Software, investieren zu können. So bedarf es PASSAGE-weit ca. 80 neuer Endgeräte (Computer, Laptops, ThinClients), auf der die aktuellen oder kommenden Betriebssysteme wie Windows 11 datensicher installiert und gewartet werden können. Auch für die seit diesem Jahr verpflichtende E-Rechnungen oder eine digitale Belegverarbeitung sind Computer und entsprechende Software vonnöten, ebenso benötigen Buchhaltungssoftware und Videokonferenzsysteme, die aus der heutigen Arbeit der sozialen Träger nicht mehr wegzudenken sind, Rechner mit ausreichendem Arbeitsspeicher.