Pressemitteilung vom Hamburger Spendenparlament
Hamburg,
10.Februar 2006
10 Jahre erfolgreiche Bürger-Hilfe in Hamburg Das weltweit erste Spendenparlament hat Jubiläum
„Geld macht glücklich“. Unter diesem Motto steht seit 1996 die Arbeit des Hamburger Spendenparlaments, das soziale Organisationen in der Hansestadt finanziell gegen Obdachlosigkeit, Armut und Einsamkeit unterstützt. Jetzt hat der Verein Jubiläum. Am 9. Februar 2006 begingen die Mitglieder und Freunde des Spendenparlaments zusammen mit Prominenz aus Wirtschaft, Politik und Kultur den 10. Geburtstag mit einem Festakt in die Hauptkirche St. Michaelis. Die Festrede hielt Dr. Klaus von Dohnanyi, ein Grußwort sprach Hamburgs Erster Bürgermeister Ole von Beust.
Das Engagement für Mitbürger in Not hat in Hamburg Tradition. Viele Menschen betrachten es als ihre Bürgerpflicht, sich für mehr soziale Wärme vor der eigenen Haustür einzusetzen. Rund 3.300 von ihnen haben dafür einen ungewöhnlichen Weg gewählt: Sie sind Mitglied im Hamburger Spendenparlament. Gemeinsam beschließen sie dreimal im Jahr auf ihren Arbeitssitzungen, an welche Hamburger Projekte und sozialen Einrichtungen ihre Spendengelder verteilt werden sollen, und in welcher Höhe. Die Förderbilanz kann sich sehen lassen: Seit der ersten Sitzung im Frühjahr 1996 unterstützte der Verein über 500 Projekte mit mehr als 3,6 Millionen Euro.
Aus der Taufe gehoben wurde das Hamburger Spendenparlament 1996 von Dr. Stephan Reimers, seinerzeit Leiter der Diakonie Hamburg und unter anderem Initiator des Hamburger Straßenmagazins Hinz & Kunzt. Mit der Gründung verfolgte Reimers vor allem drei Ziele: Er wollte die Not im direkten sozialen Umfeld lindern. Jeder gespendete Betrag sollte garantiert und in voller Höhe die Bedürftigen erreichen und nicht in den Strukturen der Organisation versickern. Und schließlich wünschte er sich für alle Parlamentsmitglieder Mitspracherechte bei der Verteilung ihrer Gelder und Rechenschaft über die tatsächliche Verwendung.
Der Lokalbezug, das ehrenamtliche Organisationsprinzip sowie der Anspruch auf Transparenz und Mitbestimmung sind fest in der Satzung des Vereins Hamburger Spendenparlament e.V. verankert. Die Mitarbeit im Spendenparlament erfolgt ausschließlich ehrenamtlich. Dies gilt ebenso für viele Unternehmen, die dem Verein mit Sach- oder Geldspenden sowie Dienstleistungen unter die Arme greifen.
Einen Antrag auf finanzielle Förderung können alle sozialen Projekte stellen, die sich in Hamburg gegen Obdachlosigkeit, Armut und Einsamkeit engagieren. Doch bevor ein Antrag in einer Parlamentssitzung zur Abstimmung kommt, wird er von der Finanzkommission des Vereins auf Seriosität und langfristige Erfolgsaussichten geprüft. Sie empfiehlt eine finanzielle Unterstützung, sobald die Förderkriterien erfüllt sind.
Längst ist die Idee des Spendenparlaments zum sozialen Exportschlager der Hansestadt geworden: 16 Spendenparlamente haben sich deutschlandweit nach dem Hamburger Vorbild gegründet. 13 von ihnen sind bis heute aktiv. Selbst über die Landesgrenzen hinweg fand das Modell Nachahmer: Auch in Wien, Brüssel und Zürich wirken Spendenparlamente gegen soziale Notstände in ihren Städten.
Der Erfolg des Spendenparlaments blieb auch seitens der Politik nicht unbemerkt: Mit der Verleihung des angesehenen 'Hamburger Bürgerpreises 2000' wurden die Leistungen des Vereins offiziell gewürdigt. Bereits 1997 wurde dem Hamburger Spendenparlament und seinem Initiator Dr. Stephan Reimers die Theodor-Heuss-Medaille zuerkannt. 2001 erhielt die Mitbegründerin Klara Braun den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland.
Das Hamburger Spendenparlament steht allen Interessierten offen. Mitglied kann jeder werden, der mindestens 60 Euro im Jahr auf das Spendenkonto überweist (der Betrag ist steuerlich absetzbar). Damit erhält er Sitz und Stimmrecht im Parlament und wird vom Präsidium zu den öffentlichen Arbeitssitzungen eingeladen.
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