Pressemitteilung vom Hamburger Spendenparlament
Hamburg,
20.März 2009
Hamburger Spendenparlament lädt zur 41. Arbeitssitzung am 23. März
Hamburger Institution stimmt über 17 Förderanträge in Höhe von 158.612 Euro ab / Armuts- und Integrationsprobleme von Jugendlichen im Blickpunkt
Hamburg, 19. März 2009. Am Montag, den 23. März, findet die 41. Arbeitssitzung des Hamburger Spendenparlaments statt. Die Parlamentarier beraten über die För-deranträge von 17 sozialen Organisationen und stimmen über ein Fördervolumen von insgesamt 158.612 Euro ab.
Die rund 3.500 Mitglieder des Hamburger Spendenparlaments entscheiden auf ihrer ersten Arbeitssitzung in diesem Jahr über die finanzielle Unterstützung von Projekten gegen Armut, Obdachlosigkeit und Einsamkeit. Die Finanzkommission des Spendenparlaments hat alle Anträge auf Seriosität und Effizienz geprüft und stellt sie an diesem Abend den Parlamentariern vor. Sie beraten und entscheiden in einer demokratischen Abstimmung über die tatsächliche Verteilung der Spenden.
Im Blickpunkt dieser Arbeitssitzung stehen die Belange von Jugendlichen. „Immer mehr Jugendliche in Hamburg leben in Armut oder haben Integrationsprobleme. Das zeigt sich deutlich in den Projekten, die uns um Hilfe bitten“, so Dirk Bleese, Vorstandsvorsitzender vom Hamburger Spendenparlament. So ist zum Beispiel der „Orientierungskurs für junge erwachsene Flüchtlinge mit ungesichertem Auf-enthaltsstatus“ vom Projektträger Wohnschiff Altona e.V. auf Spenden angewiesen.
Die Kursteilnehmer sind Flüchtlinge u.a. aus Afghanistan, Syrien, Iran, Irak oder Russland. Die meisten haben eine lange Odyssee hinter sich; einige kommen allein, andere mit kleinen Kindern, viele kommen aus schwerer Repression und Folter. „Im Kurs gibt es Zeit zum Ankommen - egal wie lange jemand braucht, um hier spre-chen zu können“, erklärt Hanna Krabbe, Vorstand und Leiterin des Projektes.
Ein Kursteilnehmer berichtet von seinen Erfahrungen. Am Anfang habe er kein Wort herausgebracht. Erst, als er sich nicht mehr fremd fühlte, habe er seine Sprache wiedergefunden: „ Alle Frauen hier sind meine Schwestern und alle Männer hier sind meine Brüder, das ist wie Familie hier. Das ist immer in meiner Erinnerung, in meinem Leben. Wenn du jemand kennen lernst, das ist gut für dich, einen Freund zu treffen, das brauchen wir. Am Anfang war ich stumm. Jetzt spreche ich Deutsch langsam. Ganz langsam.“
Der Orientierungskurs berücksichtigt individuelle Bedürfnisse, das heißt: willkommen heißen, erste Deutschkenntnisse vermitteln, Gesprächssituationen in Behörden ü-ben, Orientierung in der Stadt anbieten, Umgang mit öffentlichen Verkehrsmitteln erklären, Stadtpläne erläutern. Alles, was zum Ankommen in einer fremden Stadt und zur Integration notwendig ist, um sich nicht isoliert und einsam zu fühlen. Die Arbeit des Wohnschiffprojektes wird fast ausschließlich durch Spenden und ehren-amtliches Engagement finanziert. Für 2009 ist eine erwartete Finanzzusage ausgeb-lieben, deshalb bittet das Projekt das Hamburger Spendenparlament um Hilfe.
Darüber hinaus stimmt das Parlament auch über folgende Projektanträge ab: An-schaffung von Sportgeräten für ein soziales Projekt von Jugendlichen für den Bram-felder Kraftsportverein als „vehicle“ zur sozialen Integration, Herstellung eines Reit-platzes für ein Behindertenprojekt von Op de Wisch und Kreativseminare für Ju-gendliche mit Neurofibromatose in der Medienwerkstatt der Stiftung Klingelknopf . Einblicke in die Berufs- und Arbeitswelt vermittelt der Christopherus-Mittagstisch und hilft mit dem Projekt Jugendlichen, sich aktiv in den Alltag einzubringen. Auch über die Ersatzbeschaffung des „Mitternachtsbusses“ für die nächtliche Versorgung von Obdachlosen werden die Parlamentarier entscheiden.
Vor dem Sitzungsbeginn besteht die Möglichkeit, das vom Spendenparlament ge-förderte Zahnmobil der Caritas zu besichtigen. Die öffentliche Sitzung beginnt um 18:15 Uhr im Hörsaal A der Universität Hamburg, Edmund-Siemers-Allee 1 (gege-nüber vom Bahnhof Dammtor). Gäste sind herzlich willkommen. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Die Liste der sozialen Projekte, die einen Antrag auf finanzielle Förderung gestellt haben, ist im Internet unter www.spendenparlament.de einzusehen. Bei Bedarf senden wir sie Ihnen gern per Fax oder E-Mail zu und liefern detaillierte Informationen zu den einzelnen Projekten und ihren Anträgen (Anfragen an c.kaplanek@hoschke.de).
Das Hamburger Spendenparlament e.V. fördert mit Spenden gemeinnützige Vereine, Ini-tiativen und Gruppen, die in der Hansestadt Hamburg gegen Armut, Obdachlosigkeit und Einsamkeit/Isolation aktiv sind. Seit seiner ersten Parlamentssitzung im Februar 1996 hat das Hamburger Spendenparlament bisher 686 Projekte mit insgesamt 5,1 Millionen Euro unterstützt. Wer sich für eine Mitgliedschaft im Spendenparlament interessiert, erhält nähere Informationen im Büro (Tel. 040 - 306 20 319; info@spendenparlament.de) oder unter www.spendenparlament.de. Und so geht's: Schon mit 5 Euro im Monat (60 Euro im Jahr), die auf das Spendenkonto des Vereins zu überweisen sind, erhält man Sitz und Stimmrecht im Parlament und wird vom Präsidium zu den Arbeitssitzungen eingeladen.
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